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| Bernd Kubisch |
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GTZ-Mitarbeiter
schlafen auch in der Hängematte
Zeitungen in San Salvador und Guatemala Stadt berichteten Ende 2001 positiv über die jüngsten Bemühungen Zentralamerikas, die sieben kleinen Länder gemeinsam besser zu vermarkten und ein attraktives Image ähnlich wie für die Karibik zu schaffen. Auch das neue Logo und der Slogan gefallen. Der deutsche Partner, der seit 1999 dabei kräftig hilft, die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), wird in der Presse selten oder gar nicht erwähnt. Mitarbeiter Klaus Lengefeld mag darüber ein bisschen enttäuscht sein. Er sagt aber: "Wichtig ist, die Menschen in der Region erfahren, dass sich etwas bewegt." Um den nachhaltigen Tourismus und die Kooperation von Nichtregierungs- Organisationen (NGOs) und staatlichen Stellen zu fördern, macht sich der Frankfurter Lengefeld auch die Wanderschuhe schmutzig und schläft notfalls in der Hängematte. Denn Teil des Jobs ist es, auch noch recht unbekannte Orte zu erkunden und diese unter Mitarbeit der Landbevölkerung behutsam für den Tourismus zu erschließen. Das erfordert auch Jeepfahrten und Wanderungen durch Regenwald und Gebirge, bringt Kontakte zu indianischen Ureinwohnern, Mais-, Kaffeebauern und ehemaligen Rebellen, von denen heute viele beim umwelt-, sozial- und kulturverträglichen Tourismus mitarbeiten. Neue Einkommensquellen und Jobs als wichtiges Ziel SICA (Sistema de la
Integración Centroaméricana), das sich an der EU orientiert, und seine
Tourismusprojekt-Direktion GEPROTUR kooperiert eng mit der GTZ. Das
gemeinsame Projekt heißt "Förderung der nachhaltigen Entwicklung
durch Tourismus in Zentralamerika", FODESTUR (Fomento al Desarrollo
Sostenible mediante el Turismo en Ruta Maíz und Ruta Verde: Unternehmerische und ökologische Initiative Als unternehmerische Initiative entsteht die "Ruta del Maíz". Hier arbeiten inzwischen über 100 kleine und mittelgroße touristische Betriebe (Hotels, Gastronomie, Transportwesen, Reisevermittlung) zusammen. Kernpunkte sind das nachhaltige Konzept von Tourismusplanung, die kulturgeschichtliche Bedeutung des Mais sowie die touristischen Attraktionen im Umfeld der Maisstraße. "Ruta"-Mitarbeiterin Marisol Galindo, die ein kleines Hotel in Perkin in El Salvador hat, sagt: "Der Mais symbolisiert seit über 3000 Jahren das Gemeinsame und die Vielfalt der zentralamerikanischen Kultur." Mariela de la Ossa ergänzt: "Ebenso wie jedes einzelne Land, jede Ethnie und jeder Mensch gleichzeitig die Gemeinsamkeit der mittelamerikanischen Identität und die Unterschiede der eigenen Geschichte ausstrahlen." Die Señora ist eine Kuna, die auf den Inseln dieser indianischen Ureinwohner Panamas die kleine "Dolphin Lodge" betreibt. Ruta del Maíz lädt dazu ein, Zentralamerika kulturell und historisch über persönliche Begegnungen und Erlebnisse sowie in einer möglichst authentischen Atmosphäre kennen zu lernen. Die ökologische Initiative ist die "Ruta Verde". Sie soll im Sinne von nachhaltiger Nutzung der lokalen Bevölkerung in Schutzgebieten Möglichkeiten schaffen, sich an Tourismusaktivitäten zu beteiligen. So entstehen zusätzliche Jobs und Einkommen. Beteiligt sind bisher 180 NGOs und Kleinunternehmen aus sechs Ländern. Anders als "Weinstraßen" und "Schlösserstraßen" in Europa ist die "Grüne Route" weniger spezifisch. Sie führt zu Mayastätten, Nationalparks, Vulkanen und anderen Attraktionen in oder nahe Naturparks. Dazu zählen nahezu unbekannte Maya-Ruinen und Seen in Guatemala, Ökolodges, Rebellen-Museum und Indiosiedlungen in El Salvador sowie Vulkane, Dschungelpfade und Handwerksdörfer in Nicaragua und Honduras. Lob der Tourismuskammern - Projektverlängerung Die Tourismus- und Handelskammern zentralamerikanischer Länder haben unlängst das Wirken von FODESTUR gelobt und von "professionellen Leistungen zum Integrations-prozess der Region" gesprochen. Das Programm begann 1999, die Projektphase war bis August 2002 geplant. Der deutsche Beitrag für diese Zeit beläuft sich auf 2,4 Millionen Euro. Wegen des Erfolgs in den Bereichen Wirtschafts-, Beschäftigungsförderung und Naturschutz hat die Zentrale der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Frankfurt-Eschborn weitere 1,2 Mio. Euro zugesagt. Dies ist auch frohe Kunde für GTZ-Projektleiterin Karola Tippmann und ihr Team im FODESTUR-Büro in Nicaraguas Hauptstadt Managua. Im Januar berichteten Tippmann und Mitarbeiter aus Mittelamerika auf dem "Forum International" beim "Reisepavillon 2002" in Hannover über ihre Arbeit. Die Veranstaltung war eine Initiative der World Tourism Organization (WTO), der GTZ und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) mit Schwerpunkt nachhaltiger Tourismus. Das Konzept der nächsten FODESTUR-Phase ist laut Tippmann derzeit in Planung. Tourismus-Zusammenarbeit der GTZ in aller Welt FODESTUR ist das umfangreichste GTZ-Tourismusprojekt. "Die große Anzahl tourismus-relevanter Vorhaben lassen das Gewicht erkennen, das der Fremdenverkehr in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit hat." Dies sagt Christoph Beier, Bereichsleiter Planung und Entwicklung der GTZ-Zentrale in Frankfurt-Eschborn. "Derzeit werden von der GTZ etwa 60 Projekte durchgeführt, die eine Tourismus-Komponente aufweisen oder potenziell dafür geeignet wären." Bei einer großen Anzahl handele es sich um Natur-/Ressourcenschutz-Projekte, die der Bevölkerung zum Beispiel im Umfeld von Schutzgebieten neue Einkommensmöglichkeiten erschließen. Auch im Bereich der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung gewinnen laut Beier Klein- und Mittelunter-nehmen für eine nachhaltige Tourismus-Entwicklung an Bedeutung. GTZ-Experten sind auch in Osteuropa wie Bulgarien, Kroatien, Montenegro, in Asien wie in Kirgisistan und China sowie in den afrikanischen Ländern Kamerun und Tansania tätig. Laut WTO stellt der Tourismus in jedem dritten Entwicklungsland die Haupteinnahmequelle für Devisen dar. Zentralamerikas neuer Slogan und alte Probleme "Centroamérica
tan pequeña tan grande" ("Zentralamerika: so klein, und doch
so groß") so lautet der gemeinsame neue Slogan für Belize,
Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama. Er
wird auch für Marketing und internationale Werbekampagnen eingesetzt.
Das Logo hat vorwiegend die Farben gelb, grün und rot. Die Landbrücke
zwischen Kolumbien und Mexiko mit 35 Millionen Einwohnern ist mit
511.000 Quadratkilometern etwas kleiner als Frankreich. Die Region kann
auch mit diversen Buslinien erkundet werden. Ein Visum für EU-Bürger
ist nicht nötig. Die Grenzkontrollen sind in der Regel recht zügig. Weltkulturerbe und verborgene Naturschätze Dabei hat die Region viel zu bieten: Pazifik- und Atlantikstrände, Mayapaläste, Regenwälder, Vulkane, Höhlen, Wasserfälle und riesige Naturparks mit üppiger Flora und Fauna. Über ein Dutzend Natur- und Bauschätze stehen auf der UNESCO-Liste des Welt-kulturerbes. Dazu zählen das Barrier Riff vor der Küste von Belize, die Maya-Ruinen von Tikal (Guatemala) und Copán (Honduras), Joya de Ceren in El Salvador und der riesige Naturpark La Amistad, der sich von Costa Rica bis nach Panama erstreckt. Joya ist das wohl einzige durch einen Vulkanausbruch verschüttete und deshalb weitgehend "versiegelte" und erhaltene Bauerndorf aus der Maya-Blütezeit. In La Amistad haben Jaguar, Ozelot, Puma, Nachtaffe, Tapir sowie seltene Vogel- und Reptilienarten ihr Domizil. Wo sich einst die nord- und südamerikanische Landmasse zusammenfügten und eine schmale Land-brücke formten, bildete sich auf kleinster Fläche eine unvergleichlich große Artenvielfalt. Auch 2001 ein leichter Tourismus-Aufschwung Das Jahr 2000 bescherte den sieben Ländern laut Welttourismus-Organisation WTO etwa 4,4 Millionen Gäste aus aller Welt - davon etwa die Hälfte aus den Nachbarländern. Aus Deutschland reisten gerade mal 70.000 Urlauber an, davon 27.000 nach Costa Rica, das auch mit 1,1 Millionen Besuchern Spitzenreiter ist. Auf Platz zwei liegt Guatemala mit 830.000 Gästen, davon etwa 20.000 aus Alemania. Schlusslicht mit etwa 200.000 Besuchern ist Belize, dessen Tauchgründe, Wildreservate und Maya-Stätten zumindest in Europa nahezu unbekannt sind. Diese Zahlen sind bescheiden im Vergleich zum Nachbarn Karibik mit dem Image von unendlichen Palmenstränden, freundlichen Menschen, Pinacolada, Calypso und Reggae. Hier urlaubten im Jahr 2000 allein 750.000 Gäste aus Deutschland. Die Karibik registrierte 2001 bei den Gästeanküften aus aller Welt jedoch ein Minus von 3,5 Prozent. Zentralamerika konnte laut WTO in dem schweren Tourismusjahr mit etwa 4,6 Millionen Besuchern ein Plus von drei Prozent verbuchen. Nach den Ereignissen in den USA am 11. September war vor allem auch der Geschäftstourismus rückläufig. |
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Eine Reise von Norden nach Süden durch sieben Länder |
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Guatelmala: Auf den Spuren des Quetzals In der Provinz Verapaz in Guatemala hat der scheue, langschwänzige Quetzal, der heilige Vogel der Mayas, seine Heimat. "Wir führen Touristen in die dichten Wälder. Schon viele hatten Glück und konnten das seltene Tier sehen", erzählt Helene Schleehauf, eine der Verantwortlichen vom "Proyecto Eco Quetzal» in der Stadt Cobán. Die NGO erhofft sich durch die "Ruta Verde" ebenso mehr Touristen wie Julian Mariana, Eigentümer der "Posada Caribe" nahe der Maya-Ruinen von Aguateca. Nachts röhren die Brüllaffen, tags beäugen Krokodile, Schildkröten, Reiher und Kormorane das Boot mit der Handvoll Besucher auf dem Flussarm. Netze und glühende Palmenzapfen schützen nachts vor Moskitos, Kräuter und Blätter aus der "Dschungelapotheke" bekämpfen Durchfall und wunde Füße. "Buschdoktor" Julian sagt: "Guatemala hat mehr zu bieten als Tikal, Lago Atitlán und das historische Antigua." Dem stimmen Vertreter der Tourismusbehörde INGUAT und lokale Veranstalter beim Forum mit GTZ-Vertretern in der Hauptstadt gern zu. Belize: Der Jaguar hat mehr Nachwuchs Im Naturschutz sind auch in Belize zahlreiche NGOs aktiv und arbeiten verstärkt mit FODESTUR und der Regierung zusammen. "Beim Artenschutz hat sich in den letzten Jahren einiges getan", sagt María L. Otero, Chefin der Hotelvereinigung und Chief Executive Director des "Radisson Fort George Hotel" in Belize City. "Der Jaguar hat sich deutlich vermehrt." Die Schäden nach dem Hurrikan vom Oktober 2001 sind inzwischen weitgehend behoben. Nun arbeitet Belize daran, sein Angebot weiter zu diversifizieren und die Urlauber von den Inseln und Tauchgründen auch zu Maya-Stätten und Naturparks zu "locken". Honduras: NGOs verwalten staatliche Naturparks Manager, die ihren
Körper stählen wollen, und andere sportliche Touristen, schwingen sich
beim Canopy-Abenteuer in La Tigra im Nebelgebirge mit Rollen, Gurt und
Seil von Baum zu Baum und Plattform zu Plattform. Das Projekt im
Naturschutzgebiet hat das Instituto Hondureño de Turismo (IHT)
finanziert und mit dem Management nichtstaatliche Umweltorganisationen
vertraut. Klaus Lengefeld: "Immer häufiger lassen in
Zentralamerika staatliche Organisationen Schutzgebiete von NGOs mit
ihren profunden Umweltkenntnissen verwalten." Rolf Baumgartner,
Tourismuspionier und Chef von "Mesoamerica Travel" sagt:
"Das Land hat ein unglaubliches Tourismus-Potenzial." Palacios
am Atlantik ist Eingangstor in die Moskitia-Region und das
Biosphären-Reservat des Rio Plátano. Hier leben indianische Urvölker
wie Miskito, Pech und Tawahka. El Salvador: "Eco Albergue" für Schulkinder und Touristen In den Bergen im Ostzipfel von El Salvador zeigt José Serafín Gómez stolz auf die Blockhütte, die sauberen Toilettenhäuschen mit fließend Wasser und die neuen Wege. "Das haben wir alles selber gebaut, das Material auf Eseln und auf den Schultern befördert", sagt der 29-Jährige. "Capitán Santiago", so hieß er im Bürgerkrieg, dem etwa 80.000 Menschen zum Opfer fielen. In der "Eco Albergue" campen Touristen, aber auch Schulkinder, die viel über Umwelt und Geschichte lernen. Señor Gómez und NGOs der Region haben etliches erreicht. Auch das Mahnmal in El Mozote, wo etwa 1.000 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder im Krieg hingerichtet wurden, sowie das "Museo de la Revolución" werden in die "Ruta Verde" integriert. Oscar Aguilar, Chef von "Alligatours", ist einer der erfahrendsten Tourenveranstalter im Lande. Neben Vulkan- und Naturtourismus offeriert er "War Tourism". Freunde von "Capitán Santiago" ermuntern ihn, das Wort "Krieg" vielleicht durch "Frieden" zu ersetzen. Nicaragua: Vulkantourismus mit Radl und Wanderschuhen Besonders in Nicaragua wird der Natururlaub mit Wassersport wie Surfen und Segeln, Abenteuer und herausfordernden Sportarten verzahnt. Im Land der vielen Vulkane sind viele Kraterränder zu Fuß und per Jeep zu erreichen. Der 700 Meter hohe Kegel des Cerro Negro lockt auch Weltrekordler und Extremsportler. So verbesserte im November 2001 der französische Inhaber seinen Downhill-Rekord von 118 auf 130 km/h. Auch Sandboarder haben den schwarzen Berg schon entdeckt. Deutlich langsamer ist die Fahrt über den riesigen Nicaragua See mit vielen Inseln, zwei Vulkanen und seltenen Süßwasserhaien. Dass es neue Fährverbindungen gibt, ist dem zähen Kampf vieler NGOs und Bürgermeister zu verdanken. Nubia Arcia de Zerger, Inselrat-Frauensprecherin und Mitinhaberin des Hotels "Mancarron" auf den Solentiname-Inseln, sagt: "Auch beim Handwerk gibt es Fortschritte. Immer mehr Indígenas haben kleine Werkstätten für Kunstgewerbe und Galerien." Costa Rica: Urwaldtouren "à la Tarzan" sind der Renner Das
Tourismus-Ministerium in der Hauptstadt San José hat nach den
Ereignissen am Panama-Slogan: Wir sind am wenigsten entdeckt Nach der Übergabe des Panamakanals an Panama kann der steigende Tourismus, der gerade mal aus dem Dornröschenschlaf erwacht, die fehlenden Kanaleinnahmen längst nicht wettmachen. Einer der neuen Werbeslogans, der Panama als "The least explored route" in Zentralamerika vorstellt, trifft den Kern. Viele Naturgebiete sind unerforscht. Die Panamericana - "Traumstraße der Welt" - verwandelt sich schon lange vor der Grenze Kolumbiens in einen Eselspfad. Als Teil der "Ruta del Maíz" hofft das Kuna-Volk auf wachsendes Interesse. Die Ureinwohner leben auf den 365 Inseln des Archipels von San Blas nach ihren traditionellen Regeln. Gäste lernen viel über Kunsthandwerk, Feste mit typischer Musik und Tänzen sowie die Arbeit des Medizinmannes mit Riten und Kräutern. Die Zivilisation hat auch die Kuna eingeholt. Das Abfallproblem ist auf vielen Inseln sichtbar. Viele Eigeninitiativen zur Entwicklung der Region Schon vor dem Start des GTZ-Projektes gab es in Zentralamerika Aktivitäten zur Förderung der Region und des nachhaltigen Tourismus. Dazu tragen die vielen NGOs bei, die immer häufiger vernetzt und länderübergreifend arbeiten, aber auch professionelle Marketingverbünde wie die "Mundo Maya", die neben den kleinen Maya-Staaten auch Mexiko einschließt. Die sieben Länder und der kulturell und ethnisch verwandte Süden und Südosten Mexikos mit der Halbinsel Yucatán arbeiten im "Plan Pueblo Panamá" (PPP), der die Integration und Entwicklung dieser Region mit 64 Millionen Einwohnern vorantreiben soll. Inter-Amerikanische Entwicklungsbank, Weltbank, die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und auch Länder außerhalb der Region unterstützen Projekte dieses Plans. Dazu zählen bessere Verkehrsverbindungen, Schutz vor Naturkatastrophen, Handelserleich-terung, Bewahrung der Lebensräume sowie die Förderung des nachhaltigen Tourismus. Von einem verbindlichen Mechanismus und einer Gemeinschaft wie die EU sind die Integrationsbehörde SICA und die PPP-Projekte noch weit entfernt. Europa wünscht mehr Information und Promotion aus Zentralamerika Die Kooperation mit der GTZ hat sicher zur günstigen Entwicklung des Fremdenverkehrs der letzten Jahre mit beigetragen. Sie beschert aber noch keinen Tourismus- Aufschwung aus Europa. Dazu sind nach Ansicht von Veranstaltern kontinuierliche Promotions-Kampagnen der sieben Länder sowie stärkere Kommunikationsbemühungen erforderlich. Etliche Politiker und Tourismus - Verantwortliche in Zentralamerika sind aber der Ansicht, zunächst vor allem den Tourismus "vor der Haustür" zu umwerben. Dazu zählen sie die Nachbarländer und den großen USA-Markt. Norbert Salcher, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft (AG) Lateinamerika in Deutschland, betont, Zentralamerika habe ein "sehr großes Potenzial". Aber es fehle häufig das Wissen über wichtige Attraktivitäten und Produkte für den deutschen Markt. "Es ist manchmal geradezu erschreckend, wenn wir die Leute hinweisen, was es in ihrem eigenen Land zu sehen gibt." Salcher appellierte an die sieben Länder, zusätzlich zu den Aktivitäten von SICA, PPP und GTZ gemeinsam in Deutschland "eine gemeinsame Werbekampagne über uns aufzuziehen. Wir könnten mit wirklich wenig Geld helfen, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, bei der Ausbildung von Reiseleitern behilflich zu sein und vieles mehr". Eine Verdoppelung der geringen Besucherzahl aus Deutschland sei dann in wenigen Jahren möglich. Kritik an oft mühsamer Kommunikation Tourismus-Interessierte, Journalisten und selbst Fachreferenten der jeweiligen Botschaften haben nicht selten Probleme, rechtzeitig eine Antwort von Ministerien und Behörden in Mittelamerika zu erhalten. Der Autor dieses Artikels blieb davon nicht verschont. Salcher beklagt das oft "fehlende Feed Back" der meisten Tourist Boards in Mittelamerika, hebt aber ausdrücklich die jüngsten Aktivitäten Panamas hervor. Marianne Vaske, Chefin des Tourist Office, Central America (TOC) in Köln, in dem 60 Unternehmen des touristischen Privatsektors ihre Dienstleistungen in Europa anbieten, meint: "Die NGOs und Privatunternehmen sind oftmals kooperativer und schneller. Doch kommen sie meist ohne die Unterstützung der Tourist Boards nicht aus. Darum bauen wir immer stärker auf die Zusammenarbeit aller." Image-Kampagne in Europa für das laufende Jahr geplant Fortschritte erhoffen sich FODESTUR und GTZ von einer Imagekampagne für Zentralamerika mit Schwerpunkt Europa. GTZ-Experte Lengefeld: "Jetzt müssen noch die finanziellen Beiträge festgeklopft werden, damit das Projekt möglichst schon ab ITB 2002 ins Rollen kommt." Im November wolle die Region auf dem World Travel Market in London dann auf erweitertem Gelände unter einem gemeinsamen Dach auftreten. Mehrere Botschaften haben zudem eine kleine Tourismus-Abteilung aufgebaut, die auch über E-Mail erreichbar ist und Informationen zu Land und Leuten gibt. BMZ: Nachhaltiger Tourismus soll Landbevölkerung helfen Die deutsche Bundesregierung und BMZ fördern durch GTZ-Projekte auch weiterhin in ausgewählten Ländern den Aufbau eines nachhaltigen Fremdenverkehrs. Beim Tourismus gehe es darum, ihn "ökologisch und kulturell angepasst zu gestalten und der örtlichen Bevölkerung Einkommenschancen zu geben", heißt es in der BMZ-Pressestelle. Dies gelte vor allem auch für die Landbevölkerung. Und die Parlamentarische Staatssekretärin Uschi Eid betont: "Generell müssten auch die Urlauber ihre 'Nachfragemacht' nutzen und Reiseveranstalter zwingen, ökologisch und sozial verträgliche Programme anzubieten." EU wirbt mit Unternehmerreise für Zentralamerika Die EU will das Interesse europäischer Unternehmen an Mittelamerika ankurbeln. Sie organisiert vom 20. bis 27. Mai eine Reise, um die Region als Reiseregion und Investitionsterrain vorzustellen. Die Teilnehmer erwartet neben einer attraktiven Reiseroute durch Nicaragua, Honduras und Panama ein Programm zur Förderung von Investitionen und Technologie-Transfer im Tourismus. Unternehmen aus Bereichen wie Immobilien, Hotel- und Gastgewerbe, Freizeit, Bildung, Umwelt und Technologie haben Gelegenheit, mit Verantwortlichen vor Ort in Kontakt zu kommen. Nähere Information gibt es beim TOC: Severinstraße 10-12, 50678 Köln, Tel: 49 (0) 221/310 18 41, Fax: 49 (0) 310 18 43, E-Mail: amik@tkc.de, Internet: www.amik.tkc.de |
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Tourist Office Central America: http://www.centralamerica-tourism.com/index_deutsch.html |
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Stand: 09. May 2002