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Stefan Schwartz und eine Mitarbeiterin des Hotels «Villa Taina» |
Früher hat
Stefan Schwartz Bundesligakickern des FC Schalke wie Olaf Thon Steaks und Sandwiches sowie dem Hollywood-Schauspieler Ralf Moeller Blattsalat mit
Hühnerbrust serviert. Heute verwöhnt der Mann aus dem Ruhrgebiet Surfer und Schnorchler unter Kokospalmen. Doch es war ein steiniger Weg. Denn gleich
zweimal hat Schwartz beim Gastronom Charly Neumann in Gelsenkirchen gekündigt und ist in die Karibik geflogen. Das war innerhalb weniger Monate im Jahr
1996.
«Kochen kann ich auch unter Palmen», so schildert der gebürtige Marler heute in der Dominikanischen Republik seinen Entschluss vor 13
Jahren. Beim ersten Karibikabenteuer fand der Deutsche nicht den erhofften Job. «Reumütig kehrte ich nach nur drei Monaten ins Ruhrgebiet zurück.»
Neumann sei verständnisvoll gewesen, hat dem jungen Koch wieder einen Job gegeben. Der erfolgreiche Gastronom und Mannschaftsbetreuer
des Bundesligisten FC Schalke 04, der im November 2008 starb, war für viele Fans eine Kultfigur. Und was machte Schwartz? Der kündigte erneut, flog
wieder in die «Dom Rep». «Auch meine Eltern hielten mich damals für "plem plem", erzählt der 37-Jährige. «Es war jugendlicher Leichtsinn».
Doch dieses Mal klappte es mit einem Job. Für einen deutschen Veranstalter war Schwartz am Airport Punta Cana Krisenmanager. Fiel ein
Charterflug aus, musste er auch ans Megafon, 250 aufgebrachte Leute beruhigen. «Da bekam ich auch schon mal Prügel angedroht», erzählt der Mann aus Marl.
Auch um die Überführung von Toten musste er sich kümmern. Danach war er Manager für einen Tankstellen-Shop an der Nordküste.
Dann arbeitet er im Surferdorf Cabarete. Viele kleine Hotels und gemütliche Restaurants säumen den langen und breiten Strand aus hellem
Pulversand. Schwartz hat Feierabend und einen Rumpunsch in der Hand. «Wir haben ein schützendes Riff, 800 Meter vom Land, Du wirst nicht abgetrieben»,
erzählt er und zeigt auf das Meer, das in unzähligen Blau- und Grautönen schimmert. Anders als in Punta Cana und im nahen Puerto Plata gibt es in
Cabarete fast kein All Inclusive. Es ist ruhig und beschaulich.
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Hotelchefin Claudia Schwarz aus Aachen, Stefan Schwartz
und Barkeeper Miguel am Strand in Cabarete |
Der Marler war längere Zeit Manager in der «Villa Taina». Das Boutique-Hotel gehört der
Aachnerin Claudia Schwarz (44) und ihrem früheren Ehemann Frank (46) aus Lintorf. Auch sie sind Stehaufmännchen. Nach kurzer Pleite im Surfgeschäft im
krisengeplagten Haiti vor über 20 Jahren ging es kurz danach für das Paar in Sosua steil nach oben. «Wir alle hier in Cabarete sind ein bisschen wie das
kleine, tapfere gallische Dorf von Asterix und Obelix, das sich mit Erfolg gegen die "Eindringlinge aus dem All-Inklusive-Land" zur Wehr setzt», erzählt
Hotelchefin Schwarz mit Blick auf Surfer und Schaumkrönchen.
«Mit 500 Dollar und sechs gebrauchten Surfbrettern hatten wir hier in Cabarete an der Nordküste neu angefangen», erzählt die
Dunkelblonde mit dem lockigen Haar. Das war vor gut 20 Jahren. Die beiden Rheinländer haben ein schmuckes Hotel aufgebaut und sich gegen große All
Inclusive Anlagen behauptet. In dem bei Wind- und Kitesurfern aus aller Welt beliebten Dorf mit weitem Strand leben etliche Deutsche, auch aus
Gelsenkirchen, Hessen und Bayern.
Die «Dom Rep» ist eines der beliebtesten exotischen Ausreiseziele für Deutsche. Doch Vorsicht ! Etliche, die sich hier unvorbereitet niederlassen,
erleben böse Überraschungen, schlittern in die Pleite. Mario, Barkeeper in der «Villa Taina», sagt: «Wir Dominikaner sind generell sehr gastfreundliche
Menschen. Aber mancher Ausländer, der großspurig oder naiv auftritt, wird auch schon mal über den Tisch gezogen.» Manager Schwartz aus Marl nickt. |
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Er absolvierte die Realschule in Gelsenkirchen, machte seine Kochlehre. «Mein
Bruder war Koch». Dann arbeitete er sieben Jahre in der Gastronomie für Charly Neumann. Spielern wie Youri Mulder und Olaf Thon servierte der Marler
Steaks, Sandwiches und Salate. «Ich habe für das Team-Catering gesorgt, war auch oft in der Kabine der Spieler», sagt Schwartz. Auch für den in
Hollywood lebenden Schauspieler Ralf Moeller, ein Freund von Arnold Schwarzenegger, hat Schwartz schon im «Mövenpick» im Schloss Berge in Gelsenkirchen
gekocht. Moeller stammt aus Recklinghausen. «Der kam sogar in die Küche und hat sich bei mir bedankt», erzählt der Koch.
Kokosnüsse hatten es ihm schon in Deutschland angetan. Seine exotische Kokossuppe wurde von Testern preisgekrönt. Heute könnte der
Schalke-Fan die Nüsse selber vom Baum holen. Doch Schwartz hat anderes zu tun: «Es gibt viel Arbeit. Das Hotel-Restaurant bekommt gerade einen neuen
Touch mit kreolisch-internationaler Küche.»
Warum eigentlich die «Dom Rep»? Der Koch: «Ich wollte nicht immer nach Spanien in den Urlaub. Die Dame im Reisebüro in Schalke gab mir
den Cabarete-Tipp. Es gefiel mir. Ich wollte bleiben.» Er blieb - einschließlich Umweg über Ruhrgebiet und Punta Cana. Zwischendurch war Schwartz
gestresst. «Karibik ist beim Job kein Honiglecken». Zwölf Stunden habe er am Tag gearbeitet. Bei seinen Verwandten hat er sich unlängst in NRW erholt.
Inzwischen ist er wieder in der «Dom Rep», sein Vater, Rentner, ist mit dabei. »Mir ist nicht bange», sagt der junge Mann aus Marl.
«Ich kriege wieder einen Job.» |
Hotel VILLA TAINA
Apartado Postal 337
Sosua, Dominikanische Republik
Tel: (809) 571-0722
Fax: (809) 571-0883
Email: info@villataina.com
Internet: http://www.villataina.com/de/index.html
Mitten in Cabarete, dem kleinen karibischen Küstenort
und Windsurf-Paradies, finden Sie das Hotel Villa Taina,
direkt am goldfarbenen Strand. |
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