CariLat-Karibik-Lateinamerika-Magazin Dominikanische Republik
 

Kontrastprogramm Hochgebirge

 

 

 


 

 

 

 

 

Von Bernd Kubisch
 

Kaffeebäuerin in Manabao: Die Höhenlagen zwischen 800 und 1200 Meter sind auch gut für den Kaffeeanbau.

Kaffeebäuerin in Manabao: Die Höhenlagen zwischen 800 und
1200 Meter sind auch gut für den Kaffeeanbau.

     CariLat.de/ November 2011. Reiten, Rafting
und Baden in Bergtälern zwischen Pinien, Königspalmen und Rosenfeldern - oder zu Maulesel und Fuß Gipfel höher als die Zugspitze erklimmen: Die Dominikanische Republik bietet abseits von Punta Cana und All Inclusive üppige Natur, die nur wenige kennen.

Manche Urlauber, die unter Kokospalmen an den Stränden von Puerto Plata, Samaná und Punta Cana faulenzen, wollen inzwischen mehr als Meer und kombinieren Beach mit Bergen. Auch in den Naturparks und im Gebirge ist das Preis-Leistungs-Verhältnis für Wanderungen, Ausflüge mit Jeep, Pferd, Muli, Kajak, Rafting und Mountainbike günstig.

Wir sind in den Alpes Dominicanos mit den höchsten Bergen der Karibik. Der Pico Duarte misst 3098 Meter, sein Nachbar Loma La Pelona 3094, die Zugspitze, der höchste deutsche Berg 2962 Meter.
     Hügelige Wälder aus Nadelbäumen erinnern an den Schwarzwald. Bäche plätschern, Bauern bringen in fruchtbare schwarze Erde ihr Saatgut ein. Königspalmen und Pinien gedeihen prächtig, ebenso Kaffee, Orangen, Mandarinen, Avocados, Salat, Tomaten und Erdbeeren. Die Wiesen in den Tälern und an den Berghängen sind grün und saftig und manche Kühe so wohlgenährt wie im Voralpenland.
 

Die weiten, fruchtbaren Täler mit der Kleinstadt Jarabacoa (600 m) und mit dem 1200 Meter hoch gelegenen Constanza gehören zu den wichtigsten Speisekammern des Landes
   
     Die weiten, fruchtbaren Täler mit der Kleinstadt Jarabacoa (600 m) und mit dem 1200 Meter hoch gelegenen Constanza gehören zu den wichtigsten Speisekammern des Landes und sind touristisch gut erschlossen. Elegante Villen, Chalets und Häuser mit Fachwerkelementen schmiegen sich an die Hänge. Hier in den kühleren Bergen habe viele Reiche aus Santo Domingo ihr zweites Domizil. In Constanza, auch umsäumt von Blumenfeldern, darunter Rosen, können sie mit ihrem kleinen Privatflugzeug landen. In Jarabacoa lebt inzwischen ein knappes Dutzend Deutscher. Die arbeiten als Farmer, Importeur und Kleinhotelier. Touristen übernachten gern in Ranchos und kleinen Landhotels zwischen Wäldern, Flüssen und Wasserfällen.
 

Kinder in Gummireifen umschiffen geschickt die Felsbrocken im wilden Wasser.

Kinder vergnügen sich in Autoreifen auf dem Yaque del Norte

     Aus den Lautsprechern des Gagua dröhnt Bachata. Die Straße von Jarabacoa nach Manabao wird steiler und kurviger. Neben ihr rauscht ein Fluss. Kinder in Gummireifen umschiffen geschickt die Felsbrocken im wilden Wasser. Von einem Kajak winken zwei «Gringos». In den Dörfern liegt weniger Müll am Wege als in anderen Landesteilen. Der Tisch ist reicher gedeckt dank Hühnern, Ziegen, Fischen, Kochbananen und vielen exotischen Früchten vor der Haustür. Doch auch hier in den Cordillera Central sind viele Bretterhäuschen schief und notdürftig geflickt wie quer durch die República Dominicana.

     Es ist Samstag. Im Balneario La Cortina sitzen zwei Männer mit Bierflaschen im Pool. Ein kleiner Wasserfall speist die Badestelle. Hinter seinem durchsichtigen «Vorhang» schimmern Pflanzen in Rot und Grün. Familien picknicken und machen Fotos. Von hier sind es knapp drei Autostunden nach Santo Domingo oder zu den Stränden im Norden.

     Rast im Dorf Manabao mit Grillhuhn, Kochbananen und Avocadosalat für gut drei Euro. Auf 1000 Meter Höhe gedeiht auch der Kaffee. Bäuerin Gladys Vargas pflückt die reifen roten Bohnen. «Wir sind arm. Aber keiner hat Hunger. Es ist genug für alle da. Familien- und Nachbarschaftshilfe sind groß.» Weiter geht die Fahrt auf einem Pritschenwagen. Einfach Winken und Einsteigen. Vor einem Colmado, ein Kramladen mit Rum, Margarine und Waschpulver, wird getanzt. Zwei Lautsprecher stehen vor der Tür. Fertig ist die Fiesta!

     Endstation ist La Ciénaga, ein Dörflein, das vom Bergsteigen lebt und am Eingang zum Nationalpark Bermúdez mit dem Pico Duarte liegt. Wald, Schmetterlinge, kleine Echsen, Bäche, Büsche, Geröll und immer wieder Pinien und spektakuläre Blicke auf Täler und Berge begleiten die Wanderer. Mulis schleppen das Gepäck. Wer will reitet und kommt bei steilen Anstiegen kräftig ins Schaukeln. Geschlafen wird die zwei Nächte in Wanderhütten. Die Spitze des Pico schmücken ein Kreuz, die Büste des Volkshelden Juan Pablo Duarte und die Flagge Dominicanas.
 

Führer Santiago Peralta Canela mit seinem Maulesel, in La Ciénaga. Er erzählt: im Herbst ist das Geschäft manchmal flau, im Januar extrem gut. Dann wollen die Dominicanos nahe Gott auf dem Gipfel sein.

Führer Santiago Peralta Canela mit seinem Maulesel, in La Ciénaga.

     Anfang des Jahres wollen die Einheimischen Gott in der Höhe möglichst nahe sein. «Am 1. und 2. Januar starten zusammen über 1000 Wanderer auf den Berg», erzählt Führer Santiago Peralta Canela. Doch im Herbst verdienen der 53-Jährige und seine Kollegen wenig. Dann kommen tags oft nur eine Handvoll Touristen. Das Angebot vor Ort ist besonders preiswert: In einer Vierergruppe kosten drei Tage Pico Duarte komplett pro Person und Tag knapp 30 Euro. Auch Jarabacoa-Hotels wie Rancho Baiguate, Pinar Dorado und River Club sowie die Strandorte bieten Pico Duarte und andere Bergausflüge an.

     Marcel Zakrzewizc aus Hamburg füttert auf seiner nahen Farm gerade Pferde und Straußenherde. Dutzende Bäume tragen Mandarinen. Sein Freund, Importmanager Achim Finkelde, der aus Berlin stammt, hilft ihm. Beide sind zufrieden. «Das angenehme Klima, die gastfreundlichen Menschen, das stressfreie Leben», sagt der Farmer. «Die wunderschöne Natur und die Feste», ergänzt der Berliner. Auch heute ist Partytime, und zwar am Malecón von Jaracaboa. So heißt die Mündung vom Rio Jimenoa in den Yaque del Norte. Im Wasser vergnügen sich Mensch, Hund und Pferd. Am Ufer promenieren Señoritas im sexy Outfit. Männer lassen Automotoren und Lautsprecher dröhnen. Jungens zeigen Kunststückchen auf Pferderücken. Im Sand und in der nahen Bar wird getanzt und geschwitzt. Das ist Karibik pur mitten in den Bergen.
 

INFO-KASTEN: Dominikanische Alpen und Pico Duarte

REISEZIEL: Die Cordillera Central (Zentralkordilleren) verlaufen im Zentrum der Insel Hispaniola von den Dominikanischen Alpen bis nach Haiti im Westen. Der höchste Berg ist der Pico Duarte.
 
ANREISE UND FORMALITÄTEN: Die nächsten Airports sind in Santo Domingo und Puerto Plata. Viele Charter- und Linienmaschinen fliegen in die «Dom Rep», Preise ab 600 Euro. Kein Visum, Reisepass genügt.
WÄHRUNG:  Ein Euro sind 52,30 Dominikanische Pesos (November 2011).

INFORMATIONEN: Fremdenverkehrsamt der Dominikanischen Republik, Hochstraße 54, 60313 Frankfurt, Tel.: 069/91 39 78 78
E-Mail: infodominikanisches-fva.com
Internet: www.godominicanrepublic.com
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Stand: 07. November 2011
 

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